Schaut die Welt an

Ich stand auf dem windigsten, höchsten aller Berge.
Unter glorreichen Wolken in Silber und Grau.
Ich schwamm durch Flüsse und Seen und seltsame Meere.
Wie oft hob ich meinen Kopf, um in den Tag zu schau’n?

Selig – Schau Schau

Und, wie oft habt ihr heute schon den Kopf gehoben um in die Welt zu schauen?

Ich hab nicht mitgezählt, wie oft ich heute bewusst das UmMichRum genossen habe. Wer macht das schon? Also, wer zählt schon mit und – noch viel wichtiger- wer betrachtet bewusst die Umgebung?

Viel zu selten nehmen wir doch wirklich wahr wo wir uns gerade befinden. Häuser, Bäume, von mir aus auch Straßenlaternen, alles ist so Standard. Einfach immer da. Wer schenkt sowas überhaupt noch großartig Beachtung? Gut, wenn wir jetzt im Urlaub sind oder überhaupt an einem bisher fremden Ort, dann ändert sich die Sichtweise. Aber sollten wir nicht viel öfter wahrnehmen? Ja, ich spreche von Wahrnehmung an sich. Sinneswahrnehmung. Ich spreche von den fünf klassischen Sinnen; Sehen, Schmecken, Hören, Riechen und Tasten. Ich finde das macht der Mensch alles viel zu unbewusst.

Um jetzt nicht zu weit auszuholen orientiere ich mich mal am Track von Selig und beschränke mich hier auf’s Sehen. Wir sehen jede Menge. Meistens das gleiche. Alltag. Aber sehen wir wirklich hin? Nein, eigentlich nicht. Babys bzw. Kinder machen das. Für Kinder sind auch die normalsten Dinge etwas Neues und deswegen absolut aufregend. Kinder betrachten alles völlig anders. Sie sind noch nicht so abgestumpft wie Normalmensch. Beispielsweise irgendwelche Holzmaserungen, Pflanzen oder Kieselsteine. Auch Poster oder einfach nur Bilder werden von Kindern doch völlig anders betrachtet. Ich sehe eine Holzmaserung, denke mir “Ah, Holz” und gucke weg. Genau so ist bei vielen anderen alltäglichen Dingen. Wer guckt sich schon etwas mal wirklich genau an?

Wer nicht versteht was ich meine, der kann sich ja fix Zettel und Stift holen und dann beispielsweise seine Schuhe, ein Flaschenetikett, oder sowas in der Art aufmalen. Natürlich ohne sich vorher das Original angeschaut zu haben. Dabei geht es nicht darum es gut zu malen, sondern es möglichst detailgetreu darzustellen. Beim Schuh beispielsweise jede Naht. Beim Etikett jeden kleinen Aufdruck. Nicht nur was dort steht, sondern auch wo überall etwas steht. Aber nicht vorher angucken. Das ist ja geschummelt. :P

Ab und zu, vorzugsweise im Sommer, begebe ich mich völlig alleine an einen Ort der mir gefällt. Ich lebe in einer ländlichen Gegend. Also wirklich Stadt ist das hier nicht. Daher ist es relativ einfach einen abgelegenen Ort zu finden an dem man alleine sein kann. Und abgesehen davon, dass ich dann intensiv über diverse Dinge nachdenke schaue ich in die Gegend und versuche möglichst viel zu sehen. Eventuell betrachte ich den Sonnenuntergang, irgendwelche vorbeischwirrenden Flugzeuge, wehende Äste von Bäumen oder einfach Vögel. Je nachdem was halt gerade so passiert. Klingt vielleicht ein bisschen sonderbar, wenn ich das so schreibe, aber ich mag das. Natürlich kann man das auch zu Zweit machen. Beziehungsweise, man muss ja nicht bewusst so eine Aktion starten, man kann ja auch einfach einen simplen Spaziergang dazu umgestalten. Man fragt sich einfach selbst “So, was seh’ ich jetzt alles?” oder so. Und dann guckt man. Ich find sowas interessant. Wahrnehmung. Einfach mal umschauen und alltägliche Dinge etwas Besonderes sein lassen.

Häuser, Bäume, Straßenlaternen, einfach mal betrachten und darüber nachdenken, was dahinter steckt. Wie baut man ein Haus, wie lange steht der besagte Baum nun schon an dieser Stelle, werden Straßenlaternen eigentlich sauber geputzt? … Simple Gedanken fassen und weiterspinnen. Ich hoffe ich hab ein bisschen inspiriert. :)

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Ein Kommentar zu “Schaut die Welt an”

  1. Basti

    Ich find den neuen Selig Song echt gut aber er würde mich nie animieren meine Umwelt genauer zu betrachten sondern eher das große Ganze als eine verpackte Einheit aufzunehmen!!!

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